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TORREMOLINOS
18.11.08 @ 09:30:59, Kategorien: Background, 1182 Wörter   German (DE)

Torremolinos liegt im Landkreis der Costa del Sol, zwischen den Auslaeufern der Sierra de Mijas und dem Meer, ca. 50 Meter ueber dem Meeresspiegel. Die Entfernung zu Malaga betraget 12 km und zum Internationalen Flughafen “Pablo Ruiz Picasso sind es ca. 5 km.
Aufgrund des Bevoelkerungsanstiegs in der Provinzhauptstadt Málaga wurden im Jahre 1923 zwei Projekte in Gang gesetzt, um das Wasser von Torremolinos nach Málaga umzuleiten. Dadurch verwandelte sich die Gemeinde Torremolinos in einen Stadtteil von Málaga, aber seit 1988 ist es eine eigenstaendige Gemeinde mit vier Ortskernen: Altstadt, El Calvario, El Bajondillo, La Carihuela.

Die Vorgeschichte dieser Gemeinde geht 150.000 Jahre zurueck. Aus dieser Zeit stammen neun menschlichen Schaedel, die in den heute verschwundenen Hoehlen Cueva del Tesoro, Tejones, Encanto und Tapada gefunden wurden, die sich an der Punta de Torremolinos, dem heutigen Castillo de Santa Clara befinden.
Hier wurden ebenfalls Armbaender, Ketten, Ringe, Axtspitzen und Tongefaeße gefunden.
Weiterhin sind Funde aus dem Neolithium aufgetaucht (5.000 Jahre v. C.), die nach Aussage des Historikers Juan Temboury von einem mesopotamischen Volk stammen.

Dank guter Verbindungsstrasse zwischen Torremolinos, Málaga und Cádiz, wurden im Ort, waehrend der roemischen Herrschaft, drei Poekelfabriken errichtet. Leider sind heute nur noch wenige Reste einer Fabrik auf dem Gelaende des ehemaligen Campamento Benítez erhalten.

Die Araber nutzten den, im Gebiet Los Manantiales entspringenden und am Strand ins Meer muendenden Fluss und errichteten entlang des Flusslaufs mehrere Muehlen.

Mitten in der Herrschaftszeit der Nasriden, (rund um 1.300) begann am Ende der Calle San Miguel, der Bau eines Wehrturms, der zum Zwecke der Verteidigung dienen sollte. So wurde der Name des Ortes geboren: Turm (span. torre) und die Muehlen (span. molinos).

Die katholischen Koenige der Hauptstadt erteilten kurz nach der Eroberung von Málaga, das Eigentumsrecht auf die Quellen von Torremolinos, was einige Jahre spaeter (1511) von Johanna der Wahnsinnigen bestätigt wurde. Jahre spaeter blieben die Muehlen wegen fehlenden Wassers ausser Betrieb.
Alonso Martin, der erste Einwohner von Torremolinos (sein Name taucht in einem offiziellen Dokument auf), war als Waechter fuer den Turm angestellt. Zu seiner Aufgabe gehoerte, Alarm zu schlage, im Falle eines Angriffs von Meerseite aus. In einem Dokument, das sich im Archiv der Kathedrale von Málaga befindet, ist festgehalten, dass ein solcher Angriff 1503 stattfand.

Da die Belagerung der Küste von Málaga durch Korsarenschiffe kein Ende nahm, wurde im Jahre 1770 mit dem Bau einer Festung begonnen. Sie beherbergte Kasernen fuer Kavallerie und Infanterie, Wohnungen, Kapelle und Lagerraeume. Die Anlage war bis 1830 als militaerischer Stuetzpunkt in Betrieb, dann wurde sie zu einem Stuetzpunkt der Grenzsoldaten umfunktioniert, und Jahre spaeter ging sie in Privateigentum ueber. Von dieser Festung sind noch einige Reste in dem als „La Bateria“ bekannten Bereich erhalten.

Den Grundstein für die erste touristische Einrichtung für die gesamte Costa del Sol legte gegen Ende des 19. Jh., der in Torremolinos niedergelassene britische Staatsangehoerige Sir George Langworthy, in dem er die Burg von Santa Clara erwarb und im Jahre 1930 zu einer Hotel-Residenz umbaute.
Kurz darauf ließ Carlota Alessandri ihren Gutshof Cortijo de la Cucazorra zum Parador von Montemar umbauen, im darauf folgenden Jahrzehnt eroeffnete das Hotel La Roca seine Pforten und gegen Ende der vierziger Jahre wurde das Restaurant mit Festsaal El Remo in La Carihuela in Betrieb genommen.
Mit der Eroeffnung der Hotels Los Nidos und des Pez Espada (dem ersten Luxushotel in der Gegend), in den fuenfzigen Jahren, war der Name von Torremolinos endgueltig mit dem Fremdenverkehr verknuepft.
50 Jahre spaeter befand sich der Ort an der Spitze des internationalen Tourismus, in der ganzen Welt bekannt. Torremolinos hat den ersten Platz in der Rangordnung der Ferienziele, verfuegt ueber eines der groeßten Freizeitangebote der Costa del Sol, eine wunderschoene Strandpromenade und Straende.

Wenn man durch die Calle San Miguel, die das neuralgische Zentrum von Torremolinos ist, zum Meer hinunter geht, stoesst man auf den Pimentel-Turm, ein bemerkenswertes altes Bauwerk, das nach der Ansicht von Juan Temboury im 14. Jh. erbaut wurde. Er beschreibt ihn als „ein rechtwinkliges Prisma von 7,20 x 6,10 Metern an der Basis und 6,63 x 5,05 Metern am oberen Rand, mit einer Hoehe von 12 Metern“.
In anderen Epochen war der Turm auch unter anderen Namen wie „Torre de los Molinos“, „Torre Molinos“ und „Torre de Molinos“ bekannt.

Das extravagante Navajas-Haus “Casa de los Navajas”, in der Calle Las Mercedes, wurde im Jahre 1925 von einem Einwohner im Neomudejar-Stil erbaut. Dieser Baustil (Nachahmung der Bauwerke der Mauren aus der Zeit vom 14. bis zum 16. Jh.) hatte bei der iberoamerikanischen Ausstellung von Sevilla im Jahre 1929 großen Anklang gefunden.

Die Muehle “Molino de Inca”, im Bereich Los Manantiales gelegen, ist eine der aeltesten Muehlen, die es in der Gemeinde gab (im Jahre 1923 existierten 19 Mühlen) und die erste, die Wasser aus dem Gebirge empfing. Sie wurde damals zum Mahlen von Getreide benutzt, heutzutage ist sie restauriert und rundherum hat man einen botanischen Garten von 40.000 Quadratmetern angelegt, in dem mehr als 150 Palmen von 50 verschiedenen Arten, 300 Baeume von 60 verschiedenen Gattungen sowie 400 Buesche verschiedenster Herkunft zu sehen sind.

Zwischen dem Ortszentrum und Los Manantiales befindet sich der Sportkomplex „Ciudad de Torremolinos“, eine der groeßten Anlagen ihrer Art in ganz Andalusien, die aus zahlreichen Einrichtungen besteht, wie z. B. Rasenfussballplatz (wo im Winter zahlreiche auslaendische Mannschaften ihre Trainingslager abhalten, wenn in ihren Heimatlaendern ein Training unter freiem Himmel nicht moeglich ist), oder Fußballplaetze mit Aschebelag, Tennis- und Paddleplaetze, Mehrzwecksporthalle Palacio San Miguel, Olympiaschwimmbecken Virgen del Carmen, Leichtathletiklaufbahn usw.

Einer der bekanntesten gastronomischen Anziehungspunkte der Costa del Sol, ist das
am westlichen Rand der Gemeinde gelegene Viertel “La Carihuela”, das Paradies des beruehmten „pescaíto frito“ (frittierte Kleinfische), eine typische gastronomische Spezialitaet.
Die Strandpromenade verbindet dieses Viertel mit denen von Bajondillo und Playamar, deren Straende und gastronomisches Angebot, genau wie in La Carihuela, ihrem Ruf gerecht werden.

In der Nähe des Stadtzentrums liegt der Kongress- und Ausstellungspalast von Torremolinos mit ueber 22 Tagungsraeumen für 12 bis 900 Teilnehmer sowie einer Ausstellungshalle, in der bis zu 180 Messestaende Platz finden.

Zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen von Torremolinos gehoert das Staedtische Auditorium Príncipe de Asturias, das auf einer Fläche von 6.500 qm erbaut wurdeund Platz für bis zu 1.790 Personen mit bzw. etwa 5.500 Personen ohne Bestuhlung bietet. Es finden dort Auffuehrungen von Opern und Operetten, Theater, Tanzveranstaltungen und manchmal auch große Bankette statt.

Das Erlebnisbad „Aqualand“, in der Calle Cuba, 10, bietet auf seinen 70.000 qm Freizeitflaeche viele Attraktionen, angefangen von der Riesenrutsche „Kamikaze“ mit 24 Metern Hoehe, über das Piratenschiff, die Burg, der Wasserpfeil bis hin zu Wasserfaellen, Jacuzzi, Minigolf und ausgedehnten Gruenflächen mit Baeumen. Es ist für viele Besucher eine hervorragende Ergänzung zum Meer und Strand.

In dem Krokodil-Park (ebenfalls in der Calle Cuba), kann man ueber 300 Krokodile, suedamerikanische Kaimane und amerikanische Alligatoren betrachten.
Die Flaeche von 16.000 qm, ist auf einen Bambuswald aus Malaysia und Borneo, einen grossen See von 6.000 qm mit fuenf Inseln fuer die Krokodile, ein Affenhaus, ein Museum, einen Praesentationsbereich und einen Aussichtspunkt verteilt .

Anreise
Die Autovía del Mediterráneo A-7 und die ehemalige Nationalstraße N-340, sind die Zufahrten zu diesem Fremdenverkehrsort, egal ob man direkt vom Flughafen oder von einem anderen Punkt an der Costa del Sol kommt. Der Weg ist entlang der gesamten Kueste gut ausgeschildert.

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