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Wandern durch Macharaviaya - Iznate – Benamocarra
14.11.08 @ 09:28:33, Kategorien: Background, 964 Wörter   German (DE)

Ein Teil des Programms „Dinamización de Senderos 2008″ (Belebung von Wanderwegen) der Provinzialverwaltung Málaga ist die Strecke „Macharaviaya - Iznate - Benamocarra", die 11 km lang, mit mittlerem Schwierigkeitsgrad und in 3-4 Stunden zu bewaeltigen ist.
Die Wanderroute fuehrt durch wechselnde Landschaften der drei Gemeindegebiete der Axarquía und beginnt da, wo sich der Weg nach Antequera und die Vereda de Macharaviaya kreuzen. Von der Kreuzung aus geht es durch das Gebiet Los Pulgares, mit einem schoenen Blick auf den Naturpark Sierra Tejeda und das Mittelmeer. Nach Ueberqueren des Wasserlaufs Arroyo de la Hereta gelangt man in die Straβen der Gemeinde, die zur Straβe Richtung Iznate führen.
Bevor man Iznate mit seinen engen, steil angelegten Straβen betritt, kann man noch am hoechsten Punkt der Strecke “Melonar”anhalten.
Parallel zum “Fluss Iznate” gelangt man nach Benamocarra.

MACHARAVIAYA

27 km von Málaga entfernt liegt Macharaviaya, ein Ort in der Axarquía, mit gepflasterten engen Gassen maurischen Ursprungs und weißen Haeusern.

Die Geschichte Macharaviayas, besonders im 18.Jahrhundert, ist eng mit dem Namen der einflussreichen Familie Gálvez, zu deren Mitgliedern der Gruender der Stadt Galveston im amerikanischen Texas und zwei mexikanische Vizekoenige gehoeren, verknuepft.
Das Gálvez-Museum beherbergt eine Ausstellung des Kunsterbes jener Familie. In der Iglesia San Jacinto, die dank der Spenden der Familie auf einem aelteren Gotteshaus errichtet wurde, ist die Familiengruft erhalten. Die Koenigliche Spielkartenmanufaktur “Real Fábrica de Naipes” beherbergt heute Wohnungen.
Macharaviaya war Standort der ersten Agrarbank Andalusiens.

Der Ortsteil Benaque, die Wiege des Dichters Salvador Rueda, liegt nur knapp 3 km entfernt. Ein Museum erinnert an sein Vermaechtnis. Ebenso interessant ist die im Mudéjar-Stil errichtete Kirche Virgen del Rosario, deren Turm das Minarett der ehemals an ihrer Stelle befindlichen Moschee ist.
Macharaviaya ist heute bei Kunsthandwerkern und Kuenstlern wegen seiner Ruhe und Schoenheit beliebt. Seine Fiestas de San Bernardo werden Anfang August gefeiert.

IZNATE

Dieses kleine, beschauliche Dorf liegt im Herzen der Axarquía, in der Nähe des Flusses Iznate. Die engen, verwinkelten und steilen Dorfgassen sowie die Gebaeude arabischer Herkunft machen Iznate zum perfekten Reiseziel mit entspannten Tagen auf dem Land.

Die Umgebung ist von zahlreichen Schluchten und abgerundeten Formationen durchzogen, voller Olivenhaine, Mandelbaeume und Weinberge, die das so typische Landschaftsbild der Gebirge in diesem Landkreis darstellen.

“Fuente de los Tres Deseos”, der älteste Brunnen des Dorfes, wie auch die Kirche “Iglesia de San Gregorio” (16. Jh.), die ein Zurbarán zugeschriebenes Ölgemaelde besitzt, sind die Hauptanziehungspunkte für Besucher.
Anfang August findet das Fest der Muskatellertrauben statt, das man nicht versaeumen sollte. Zu dem umfassenden Programm gehoeren unter anderem Ausstellungen, Kunstworkshops, Flamenco-Abend, Auftritte von ‚Rociero’-Choeren und Tanzgruppen.

In Iznate wird Tradition und Brauchtum grossgeschrieben. Zu dem typischen Gastronomieangebot gehoeren Wurstwaren, Suppen und das Hefegebaeck ‚Hornazo’ mit einem harten Ei, das zum Fest der Maikreuze zubereitet wird.

BENAMOCARRA liegt im Landkreis Axarquía, 41 Kilometer von der Provinzhauptstadt und 5 Kilometer von Vélez Málaga entfernt. Das Dorfbild wird durch die volkstuemliche Architektur gepraegt, bestehend aus niedrigen, hoechstens zweigeschossigen Haeusern mit sehr steilen Strassen und Gassen.
Der Ortsname Benamocarra (bedeutet “Soehne von Mukarran”) verraet die arabische Abstammung. Seine Geschichte vor der Eroberung durch die Christen aehnelt den anderen Gemeinden, die aus ehemaligen maurischen Gutshoefen hervorgingen, sehr. Im Jahre 1478 wurde der Ort durch Ferdinand den Katholiken erobert und nach der Vertreibung der Morisken im 16. Jh., durch alte Christen aus Antequera, Puente Genil, Estepa und anderen Orten neu besiedelt.
Vom urspruenglichen maurischen Dorf sind heute noch einige Ueberreste in der Naehe des Brunnens “Pozo Luchina” zu sehen.

Zu weiteren Sehenswuerdigkeiten dieser Ortschaft gehoert die Pfarrkirche Santa Ana, die im 16. Jh. errichtet und im Jahre 1949 mit grossen Strukturveraenderungen restauriert wurde. Sie besteht aus drei Schiffen, die auf Saeulen ruhenden Boegen voneinander getrennt sind. Der Turm an der Fassade, mit rechteckigem Grundriss und die Deckenkonstruktion des Mittelschiffes, beide im Mudejar-Stil sind das Interessante an dieser Kirche.

Auf dem Dorfplatz ist ein einfaches Denkmal fuer Eduardo Ocón Rivas (1833-1901) gesetzt , der in Benamocarra geboren wurde und zu den beruehmtesten Komponisten aus Málaga gehoert. Er ragte vor allem durch kirchliche Kompositionen hervor („Miserere“ ist sein bekanntestes Werk), waehrend in der profanen Musik die „Rapsodia andaluza“ und „Cantos españoles“ hervorzuheben sind.

Die kleine Kapelle „Santo Chiquito“ wurde der Legende nach, in Erinnerung an folgendes Ereignis errichtet: Im 18. Jh. wurde Benamocarra von einer Epidemie heimgesucht und die Einwohner beschlossen, nach Torre del Mar zu gehen, um eine Christusfigur, der viele großartige Wunder nachgesagt wurden, ins Dorf zu holen. Als man die Figur wieder an ihren Herkunftsort zurueck bringen wollte, nahm die Figur ein so ungeheures Gewicht an, dass man sie nicht bewegen konnte. Die Epidemie verschwand ganz ploetzlich, und die Kapelle wurde an der Stelle errichtet, wo das Gewicht der Figur seine Rueckkehr nach Torre del Mar verhinderte.

Die Landschaft besteht aus einer Reihe von Bergrücken, ohne zu große Hoehenunterschiede, bepflanzt mit Olivenhainen, Mandelbaeumen, Orangen- und Zitronenplantagen. Die Grundlage der einheimischen Wirtschaft stellen zum großen Teil die subtropischen Gewaechse dar.

GASTRONOMIE
An der Spitze eines Speiseplans stehen in Benamocarra das „frito moruno con morcilla“ (Gericht mit Blutwurst), der Avocadosalat und der “gazpachuelo” (Fischsuppe) wie auch vielleicht das typischste Gericht dieser Gemeinde die „coles moreás“, dessen Zutaten Kohl, in Olivenöl frittierter Knoblauch, rote Paprika, Blutwurst und Paprikawurst sind.
Eine weitere kulinarische Empfehlung ist der Eintopf aus Kichererbsen mit gruenen Bohnen und Mangold. Bei den Sueßspeisen sind die „roscos de vino“ (Weinkringel), die „roscos de anís“ (Aniskringel) und die weihnachtlichen „pirulíes“ (Gebaeckstangen) zu nennen. Besonders beliebt ist „vino moscatel“, der Muskateller Wein.

ANREISE
Von der Costa del Sol aus über die Autovía del Mediterráneo (A-7, N-340), die auf der Hoehe von Vélez Málaga Anschluss an die A-335 hat. Von dieser Strasse zweigt die MA-135 ab, die direkt nach Benamocarra fuehrt.

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