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Cuevas de San Marcos
28.10.08 @ 11:46:20, Kategorien: Background, 700 Wörter   German (DE)

Die Gemeinde Cuevas de San Marcos, mit ungefähr 4.000 Einwohnern,
liegt im Norden des Landkreises Antequera, an der Grenze zur Provinz Córdoba, auf einer Hoehe von 420 Metern ueber dem Meeresspiegel.

Der Ortskern erstreckt sich ueber einen Bergruecken, vom Tal des Genil bis zur Sierra de Malnombre und bis zum Gipfel Camorro de Cuevas Altas und ist einer der interessantesten Flecken in dieser Gegend, in denen sich Niederwald, Olivenhaine, Pinien, Eichen, Mandelbaeume und sogar die ruhigen Wasser des Stausees von Iznájar abwechseln.

Die Kirche San Marcos ist das repraesentativste Bauwerk des Ortes. Sie stammt urspruenglich aus dem 17. Jh., jedoch im 18. Jh. wurde sie einem tiefgreifenden Umbau unterzogen, aus dem eine harmonische Kombination von Barock und Neoklassizismus entstand. Dieser letztgenannte Stil ist an der eindrucksvollen Fassade zu finden.
Das Innere besteht aus drei Schiffen mit Halbgewoelben. An ihrem Aeußeren sticht der Glockenturm aus drei Baukoerpern hervor, der mit einem spitzen Dach abschließt, welches mit auffälligen glasierten Keramikkacheln gedeckt ist.
Die Kapelle der Carmen ist etwas bescheidener als die Pfarrkirche und wurde erst im 18. Jh. erbaut. Sie besteht aus einem einzigen Schiff sowie einem Backsteinturm mit Dach aus Keramik. In ihrem Inneren befindet sich die sechseckige Gebetsnische mit einer Laterne.

Ein unverwechselbares Zeugnis dafuer, dass die ersten menschlichen Siedlungen in dieser Gegend aus der Vorgeschichte (Chalkolithikum) stammen, ist die Hoehle von Belda, die in dieser Gegend sicherlich der Ort von groeßtem Interesse für Besucher ist. Es handelt sich um eine große Hoehle von karstigem Ursprung, gefuellt mit Stalaktiten und Stalagmiten, die rund um drei unterirdische Seen angeordnet sind. Die hier gemachten praehistorischen Funde sind von außerordentlicher Bedeutung, wobei das wichtigste Objekt dieser Fundstaette wahrscheinlich eine Goetzenfigur von nur sieben Zentimetern Laenge ist, die in einen Tierknochen geschnitzt wurde. Eine weitere archaeologische Fundstaette von großem Interesse ist die von “Medina de Belda”, auf dem Gipfel der Sierra del Camorro gelegen. An dieser Stelle befand sich frueher die Stadt Belda, die gemaess den Chroniken aus 200 Haeusern bestand, von denen heute nur noch wenige Reste erhalten sind. Die Existenz des Dorfes Belda im Jahre 298 v.C. wird von Ptolomeo in seiner „Geografie“erwaehnt, wodurch belegt ist, dass der Ort schon vor der Ankunft der Roemer existierte. Aus dieser Zeit sind Muenzen aus der letzten Kaiserzeit, ein Bronzesarg, Amphoren und einige Mosaiksteinchen gefunden worden, mit denen man ein groeßeres Mosaikstueck rekonstruieren konnte, welches das Gesicht einer jungen Person zeigt. Belda war schon waehrend der Roemerzeit eine der wohlhabendsten Staedte der Betica (Andalusien), aber unter den Arabern gewann sie sogar noch weiter an Bedeutung.
Die verschiedenen Zivilisationen, haben alle Spuren ihrer Kulturen hinterlassen. Die staendige Anwesenheit der Menschen in dieser Gegend bezeugen viele Funde wir z. B.
der als „Kind mit Stein“ bekannte Menhir, die Ueberreste von iberischen Keramikarbeiten, die Aexte und andere Werkzeuge aus der Bronzezeit, die an verschiedenen Stellen gefunden wurden. Ebenfalls gibt es Ueberbleibsel eines Turms und einer Zisterne.

Seit der Invasion der Moslems im Jahre 711 bis zum 10. Jh., war diese Gegend Schauplatz für turbulente Ereignisse, unter denen der Aufstand von Omar Ben Hafsun gegen das Omeya-Kalifat besonders zu nennen ist. Obwohl diese widerspruechliche Figur sein Hauptquartier in Bobastro hatte, errichtete er Festungen zur Verteidigung an verschiedenen Stellen in der Provinz Málaga, eine davon in Belda auf dem Gipfel Cerro del Camorro.
Im Jahre 1424, eroberte Pedro de Narváez, der Statthalter von Antequera, mit 350 Maennern, Belda. Er ließ die Häuser und die Festung zerstören, die von Omar Ben Hafsun erbaut worden waren. Juan II. übergab die Ländereien von Belda, die in vier Güter unterteilt waren, an die Stadt “Antequera”. Zwei von ihnen waren der Ursprung für die Ortschaft “Cuevas Altas” und aus den anderen beiden entstand später der Ort “Cuevas Bajas”.

Anreise
Von Málaga aus faehrt man über die Schnellstrasse A-45 (bzw. N-331) in Richtung Antequera. Bevor man in die Stadt kommt, faehrt man auf die A-92 und nach weniger als drei Kilometern nimmt man erneut die N-331 (keine Schnellstrasse mehr) in Richtung Lucena. Genau an der Grenze zur Provinz Córdoba nimmt man die Abfahrt zur Landstrasse A-6212 und nach Passieren von Cuevas Bajas kommt man acht Kilometer spaeter nach Cuevas de San Marcos.

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